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Die Wichtigkeit von Bindung und Beziehung

Schaubild

Die Zeit, die man seinem Kind in der Eingewöhnung schenkt, ist die bestinvestierte Zeit die es gibt.

(Christel van Dieken)


Wichtig zu wissen ist, dass dies ein ungefährer Ablauf der Eingewöhnung ist und dass individuell auf jedes Kind geschaut wird. Trotzdem sollte kein schneller Abschied von den Kindern erwartet werden, denn die Bezugsperson das erste Mal gehen zu lassen, ist für die meisten Kinder ein schwieriger Schritt. Aber auch für Eltern ist es oft schwer ihr Kind für eine längere Zeit abzugeben.


Das Kind muss lernen, dass die Verbindung zur Bezugsperson nicht für immer unterbrochen ist, wenn diese den Raum verlässt, sondern nur für die Zeit der Trennung gekappt ist. Ebenso muss das Kind lernen neue Bindungen zu anderen Menschen, in diesem Fall zur Erzieherin, aufzubauen.


Bindung ist ein unsichtbares Band zwischen 2 Menschen, welches durch Interaktion entsteht. Wenn dieses Band unterbrochen wird, z.B. durch das Verlassen des Raumes, ist das Kind genetisch dazu veranlagt, das Band sofort wiederherzustellen, z.B. durch das Hinterherrennen.


Das Berliner Eingewöhnungsmodell

Der Ablauf des Berliner Eingewöhnungmodells besteht aus verschiedenen Phasen:


Die erste Phase ist die Grundphase (ca. 1 Stunde):

In den ersten 3 Tagen kommen Sie mit Ihrem Kind zu einer bestimmten Zeit in den Kindergarten.


Ihr Kind kann sich in dieser Zeit alles anschauen. Dabei werden Sie von der Bezugserzieherin begleitet. In dieser Zeit wäre es von Vorteil, wenn Sie sich passiv verhalten. Sie sollten jedoch akzeptieren, wenn Ihr Kind Nähe zu Ihnen sucht. Nach einer Stunde werden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Einrichtung verlassen. Je nach Verhalten Ihres Kindes wird besprochen, ob ein Trennungsversuch am vierten Tag ratsam wäre.


Die zweite Phase ist der erste Trennungsversuch:

An diesem Tag kommen Sie wie gewohnt mit Ihrem Kind in die Krippengruppe.


Nach ca. 30 bis 35 Minuten, verabschieden Sie sich deutlich von Ihrem Kind. Wenn das Kind sich an Sie klammert, ist es wichtig, dass Sie uns das Kind übergeben, damit das Kind merkt, dass Sie uns vertrauen. Dann verlassen Sie das Zimmer, Sie können sich für die Trennungszeit in den Wartebereich im Essraum setzen.


Wenn das Kind keinerlei Trennungsgefühle zeigt und einfach weiter an seiner neuen Umwelt interessiert ist, kann die Trennung bis hin zu 30 Minuten dauern. Wenn Ihr Kind weint, sich jedoch schnell von der Bezugserzieherin beruhigen lässt, kann die Trennung bis zu 15 – 20
Minuten dauern.


Wenn Sie zurück in die Gruppe kommen gehen Sie mit Ihrem Kind nach Hause.


Dies signalisiert: Wenn Mama kommt, gehen wir nach Hause.


Fängt ihr Kind an zu weinen und lässt es sich auch nicht beruhigen, werden Sie sofort zurück in die Gruppe geholt. Wichtig ist dann, dass Ihr Kind erst einmal Vertrauen zur Bezugserzieherin aufbaut und ein Gefühl von Sicherheit bekommt. Dies bedeutet, dass Sie am fünften und
sechsten Tag ohne Trennungsversuch in der Gruppe bleiben.

 

Die dritte Phase, ist die Stabilisierungsphase:

Mit der ersten Trennung beginnt nun diese Phase. Die Bezugserzieherin, wird nun die Versorgung Ihres Kindes übernehmen. Dabei ist zu beachten, dass die Erzieherin versucht die Bedürfnisse sofort zu erkennen, darauf zu reagieren und zu befriedigen.

 

In dieser Phase finden jeden Tag Trennungen statt. Diese werden immer weiter ausgedehnt und ihr Kind bleibt jeden Tag etwas länger in unserer Einrichtung.


Diese Phase kann zwischen 3 – 5 Tage andauern.


Wichtig ist, dass Sie in dieser Phase immer im Kindergarten bleiben, um sofort für Ihr Kind erreichbar zu sein.


Die vierte Phase, ist die Schlussphase:

Wenn ihr Kind durch die dritte Phase Sicherheit gewonnen hat, beginnt die Schlussphase. Sie bringen Ihr Kind in die Gruppe und verabschieden sich nach kurzer Zeit von ihm. Dann können Sie die Einrichtung verlassen und nach Hause fahren. Wichtig ist auch hier, dass sie immer erreichbar bleiben, damit Sie schnell im Kindergarten sein können.